01.12.2014

Alle Jahre wieder: Zimt-Panik zur ARD-Sendung „Plusminus“ vom 26.11.2014

(Bonn, 1. Dezember 2014) Die ARD-Sendung „Plusminus“ vom 26.11.2014 griff wieder einmal das Thema Cumarin in Zimt auf. Cumarin ist ein natürlicher Inhaltsstoff von Zimt – wie auch von anderen Pflanzen wie etwa Waldmeister – und kann, im Übermaß verzehrt, Leber- und Nierenschäden auslösen. Der Bericht verwies darauf, dass Ceylon-Zimt deutlich weniger Cumarin enthalte als Cassia-Zimt. Wer beim Einkaufen auf die Zimtsorten achte, sei „auf der sicheren Seite“. Kinder sollten wegen ihres geringen Körpergewichts nicht mehr als vier gekaufte Zimtsterne pro Tag essen.

Richtig ist: Für Cumarin als Aromastoff in verzehrfertigen Lebensmitteln gelten in der Europäischen Union seit dem Jahr 2011 toxikologisch begründete Höchstwerte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist aber ausdrücklich darauf hin, dass selbst bei Ausschöpfung dieser Höchstwerte die tolerierbare Dosis, die ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein Leben lang täglich aufgenommen werden kann, nur beim Verzehr sehr hoher Mengen von Zimt überschritten werden kann. Das BfR will solch hohe Verzehrsmengen zwar nicht auszuschließen, sieht sie aber als unwahrscheinlich an.

Plusminus spekuliert mit einer unbedenklichen Verzehrsmenge von vier Zimtsternen pro Tag für Kleinkinder (nicht auf die Weihnachtszeit beschränkt, sondern an 365 Tagen im Jahr!). Laut BfR gilt das auch noch beim Genuss von sechs Zimtsternen. Es stellt sich die Frage: Was soll das? Beide Annahmen sind völlig unrealistisch. Selbst beim zusätzlichen Verzehr weiterer zimthaltiger Speisen werden die Grenzwerte nicht erreicht.

Fazit: Wieder einmal werden medial diffuse Ängste geschürt. Dies mag der Quote dienen, hat aber mit sachlicher Information nichts zu tun. Unser Tipp: Lassen Sie sich die Weihnachtsbäckerei nicht vermiesen! Dazu gleich ein Rezept für traditionelle Zimtsterne:

Zutaten:
2 Eiweiß, 150 g Puderzucker, abgeriebene Schale von 1/2 Bio-Zitrone, 1/2 EL Zimtpulver, 300 g gemahlene Mandeln, 1 Eiweiß (Größe S), 100 g Puderzucker, Salz

Schritt 1
Den Backofen auf 140° (Umluft 120°) vorheizen. Für den Teig die Eiweiße mit dem Puderzucker zu steifem Schnee schlagen. Die Zitronenschale, Zimt, 1 Prise Salz und 250 g Mandeln unterheben, ca. 1 Std. kalt stellen.

Schritt 2
Den Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie (die untere Folie mit den restlichen Mandeln bestreuen) auf einer Arbeitsfläche ca. 1/2 cm dick ausrollen. Aus der Teigplatte ca. 60 Sterne ausstechen und mit einer Palette (Vorsicht, der Teig ist sehr weich!) auf zwei mit Backpapier belegte Backbleche setzen. Den Plätzchenausstecher jedes Mal in Puderzucker tauchen.

Schritt 3
Für die Glasur das Eiweiß mit 1 Prise Salz und Puderzucker zu steifem Schnee schlagen und die Sterne damit bestreichen.

Schritt 4
Zimtsterne nacheinander im vorgeheizten Backofen (Mitte) je ca. 20 Min. backen. Dabei ein leeres Blech eine Schiene darüber einschieben, damit die Plätzchen hell bleiben.

Anzahl Portionen: für ca. 60 Stück
Dauer: mehr als 90 min
Zubereitungszeit: 60 bis 90 min
Schwierigkeitsgrad: mittel
Kalorien: 90 kcal pro Portion
Saison oder Anlass: Weihnachten
Art der Zubereitung: Backen
Gerichttyp: Plätzchen & Kekse
Verschiedenes: glutenfrei, vegetarisch, Klassiker, Festliches, ohne Alkohol

Quelle:
http://www.kuechengoetter.de/rezepte/Plaetzchen-Kekse/Zimtsterne-1839587.html


Kontakt:
Fachverband der Gewürzindustrie e.V.
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